Was wir NICHT anbieten


Allgemeines

Der Faktor Zeit ist immer entscheidend. Wenn wir bestimmte Dinge sehr intensiv behandeln möchten, so muss es auf anderer Seite Abzüge geben. Das Weglassen bestimmter Themenbereiche basiert sowohl auf fachlichen Überlegungen (was ist für die Tätigkeit wirklich notwendig), als auch auf unternehmerischer Sichtweise, die wir ja ebenfalls vermitteln wollen.

Geräte und Hilfsmittel

Laser/ Magnetfeld/ Strom und co. sind alles hervorragende Therapiegeräte, die man einsetzen kann. Vernünftige Geräte liegen dabei meist ab 2.000€ aufwärts. Aus unternehmerischer Sicht sollte sich dieses Geld erst einmal aus dem Gewinn abschöpfen, bevor man investiert. Weiterhin weiß man zu Beginn seiner Laufbahn nicht, welches Gerät man überhaupt benötigt, da man noch keinen Kundenstamm hat und somit auch nicht das Anwendungsfeld überschauen kann.
Nicht wenige Berufseinsteiger haben ihr Erspartes für Geräte ausgegeben, die später kaum zum Einsatz kamen. Schon aus unternehmerischer Sicht macht es Sinn, gerade zu Beginn die Kosten niedrig zu halten. Das schöne an unserem Beruf ist dabei, dass wir nur unsere Finger, Augen und den Verstand benötigen, um einen guten Job zu machen.
Ein weiterer Aspekt liegt darin, dass man sich recht intensiv mit der Gerätethematik auseinandersetzen muss. Für den verantwortungsvollen Einsatz reicht keine grobe Vorstellung der Geräte mit dem Hinweis, bei Kauf bekäme man sowieso noch eine Einführung. Für unseren Geschmack reiner Füllstoff, der sich auf der Ausbildungsagenda schön liest, mehr aber auch nicht.


TIPP: Verzichtet die ersten Jahre auf Geräte und lernt, mit euren Fingern zu arbeiten. Sofern sich herausstellt, dass ihr eines benötigt, invertiert das Geld aus euren Gewinnrücklagen und besucht seriöse Fortbildungen die je nach Gerät mehr als nur einen Tag dauern.

Dies sind die Gründe, warum wir die Geräte aus unserem Grundstudium herausgenommen haben. Mittelfristig wird es Fortbildungen zu diesen Themen geben, die dann aber auch einen Grad an Intensität haben, dass man im Feld damit etwas anfangen kann.

Wärme/ Kälte/ Taping und co. Solche Hilfsmittel haben den Vorteil, dass sie weniger kostenintensiv sind. Auch hier benötigt man die solide Grundausbildung, damit man überhaupt weiß, WO und WIE man die Hilfsmittel einsetzen sollte. Allerdings gibt es oft logistische Probleme. Im Hochsommer Eis zu transportieren in einem Auto, welches bereits 8 Stunden in der Sonne stand ist durchaus herausfordernd. Tapes im Fellwechsel halten selten sehr lange und Kneipgüsse sind zwar toll, benötigen aber einen bestimmten Wasserschlauchdurchmesser, den man in fremden Ställen nur selten findet.
Sofern man eine eigene REHA-Anlage betreibt ist dies alles kein Problem, für einen mobilen Therapeuten sieht dies anders aus. Die meisten Therapeuten, die ich kenne, nutzen daher Techniken, die sie unabhängig der Umgebung und Jahreszeit anwenden können.

Selbstverständlich lernt ihr bei uns, welche Auswirkungen Kälte und Wärme aufs Gewebe hat und es ist auch gut möglich, dass wir innerhalb der Bewegungstherapie die eine oder andere Tapeanlage verwenden. Allerdings werden wir diese Dinge nicht extra auf der Ausbildungsagenda auflisten, da solche Hilfsmittel nicht im Schwerpunkt unserer Arbeit stehen.

Wir beschreiben hier nur Techniken und Ausbildungsinhalte, die wir intensiv nutzen und von deren Wirkung wir uns fast täglich in den Behandlungen überzeugen können. Dies mach die Liste zwar etwas kürzer, dafür ist sie ehrlich.
Weiterhin stellen wir in unserem Schülerforum eine Datenbank auf, in der man sich bei Interesse in entsprechende Kategorien einarbeiten kann. Sie sind aber kein Lernstoff und müssen auch nicht gelernt sind.
Unser Ansatz besteht darin, sich auf die wesentlichen Fähigkeiten zu konzentrieren, die ein Therapeut unserer Auffassung nach wirklich benötigt.

Chiropraktik und "lange Hebel"

Ihr kennt sicherlich alle die Bilder (und sei es aus dem Fernsehen), bei denen mit viel Kraft und Schwung das Bein herausgezerrt oder der Hals verdreht wird. Solche Techniken können zwar höchst wirkungsvoll sein, bergen aber ein Schädigungsrisiko, da man nur in den seltensten Fällen die Bereiche durch den TA mit bildgebenden Verfahren untersucht hat. Vorschäden können durch solche Methoden durchaus verstärkt werden und im schlimmsten Fall dazu führen, dass ein Tier eingeschläfert werden muss. Aus diesem Grund lehren wir solche Techniken an unserer Schule nicht. Mehr dazu:

craniosakrale Osteopathie

Eine Ausbildung nach der klassischen craniosakralen Osteopathie im Sinne von Sutherland bzw. Upledger  bieten wir nicht an. Besonders die Arbeit am am craniosakralen Puls, der häufig im Vordergrund steht, sehen wir etwas kritisch. Spricht man mit Humantherapeuten, so bestätigen sie durchgehend, dass sie selbst erst nach mehreren Jahren Ausbildung in der Lage waren,  diesen Puls zu spüren und  zu beeinflussen. Aus unserer Sicht ist es schlicht nicht möglich, die notwendigen Fähigkeiten innerhalb einiger Tage innerhalb einer Aus- oder Fortbildung zu entwickeln, sofern man diesen Puls überhaupt therapeutisch nutzen kann.

Im Zuge unserer systemischen Pferdeosteopathie arbeiten wir jedoch gezielt am Kopf des Pferdes, um die Funktionsfähigkeit von relevanten Hirnnerven zu unterstützen. Die dazugehörigen osteopatischen Techniken fallen damit durchaus in den Bereich der craniosakralen Osteopathie. Aus diesem Ansatz heraus arbeiten wir craniosakral, jedoch sehen wir die Wirkungsweise der Techniken eher in der Justierung des autonomen Nervensystems und weniger in der direkten Beeinflussung des primären Atemrythmus in der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit.  Mehr dazu HIER

Die viserale Osteopathie

Die viszerale Osteopathie hat ihren festen Platz im Humanbereich und wurde natürlich auch aufs Pferd übertragen. Bei einem liegenden Menschen kommt man über den recht weichen Bauchraum gut an viele Organe heran, um die Lage zu überprüfen und ggf. zu korrigieren. Bei einem stehendem Pferd mit entsprechender Spannung der Bauchdecke  ist dies schlicht nicht möglich. Der Umstand, dass die Rippen auch fast alle Organe abdecken und somit schützen, verbessert die Lage auch nicht.
Dem "energetischem" Ansatz die Organe in der Tiefe durch die Rippen hindurch zu behandeln, mögen wir uns als Schule auch nicht anschließen.

Die Funktion der Organe werden jedoch durch das autonome Nervensystem gesteuert. Auch können entsprechende Nerven durch Wirbelblockierungen irritiert werden. Die Regulierung des autonomen Nervensystems und der Wirbelsäule kann demnach einen sehr positiven Aspekt auf die Organe und deren Funktion haben. Sobald die Eigenregulation des Pferdes besser funktioniert, können so auch organische Probleme verbessert werden. Allerdings ist es aus unserer Sicht kaum möglich über eine Befundung die Störung eines spezifischen Organs zu diagnostizieren, noch ein Organ "speziell" zu behandeln. Dies ist Aufgabe der Tierärzte.
Unser systemische Ansatz der Pferdeosteopathie bezieht den viszeralen Bereich mit ein. Die Eigenregulation des Pferdes bestimmt jedoch, was sich ändert und in welchem Umfang.  Weitere Infos

energetische Osteopathie

Ihr wisst nicht genau, was das ist? Genau da fangen die Probleme an. Dieser Begriff lässt Spielraum für fast jede Erwartungshaltung, die man als angehender Therapeut haben kann. Auf der anderen Seite kann kann man so ziemlich alles in den Begriff packen, was man möchte. Es besteht somit die große Gefahr, eine Erwartungshaltung zu wecken, die später enttäuscht wird. Weitere Infos