Manuelle Therapie am Pferd


Manuelle Therapie

Sanfte Therapieform auf naturwissenschaftlicher Basis


Manuelle Therapie als Begriff

Der Begriff der manuellen Therapie ( von lat. per manus=mit der Hand) wird in Deutschland synonym für alle Therapie-Formen verwendet, die mit den Händen ausgeführt werden, unabhängig davon, ob es sich um osteopathische, chiropraktische oder physiotherapeutische Techniken handelt. Somit ist auch die Massage im Grunde genommen eine Art der manuellen Therapie.

 

Die spezielle Form der manuellen Therapie hat sich jedoch aus der Manuellen Medizin entwickelt und beinhaltet ein bestimmtes Theorie- und Behandlungskonzept, welches sich zum Teil von anderen Therapie-Formen unterscheidet. Einer der Hauptunterschiede zu anderer Behandlungsformen ist der wissenschaftliche Anspruch. Die manuelle Medizin ist evidenzbasiert, erklärt sich also nach dem Ursache-Wirkunsprinzip und verpflichtet sich der kritischen Reflektion. Im Humanbereich ist sie Teil des Curriculums der Physiotherapie Ausbildung und kann nach Abschluss als Spezialisierung gewählt werden.

Die Theorie der manuellen Medizin

Bei der manuellen Medizin steht das blockierte Gelenk im Fokus der Behandlung. Bestimmte Reize innerhalb des Gelenks sorgen dafür, dass sich die umliegende Muskulatur per Reflex "verspannt", und das Gelenk dadurch in seiner Beweglichkeit eingeschränkt ist. Dieser Reflex wird durch das Nervensystem ausgelöst. Die manuelle Therapie wiederum löst das betroffende Gewebe nun ebenfalls wieder über das Nervensystem. Dies setzt allerdings eine profunde Kenntnis der Anatomie und der Biomechanik des Pferdes vorraus, denn die Gelenke werden gezielt und je nach Situation sanft gebeugt, gestreckt und auseinanderbewegt. Dies führt zu einer Entspannung sowohl in der umliegenden Muskulatur als auch im Fasziengewebe. In der Regel kommt die manuelle Therapie ohne Manipulationen aus, so dass bei korrekter Technik weitere verspannende oder schädigende Reize nahezu ausgeschlossen sind.

Die Manuelle-Therapie-Am-Pferd-Lizenz (MTAP)

Dass die manuelle Therapie auch in der Welt der Pferde zu einem Erfolgsmodell wurde, ist allein der Humanphysiotherapeutin und Fachbuch-Autorin Tanja Richter zu verdanken. Tanja Richter gründete nicht nur die erste Ausbildungschule für Pferdephysiotherapie in Deutschland, sie übertrug auch als erste die Techniken der Manuellen Therapie bereits Ende der 90er Jahre auf die Anatomie des Pferdes und gibt dieses Wissen seit 2001 am Institut für Manuelle Therapie am Pferd weiter.

Nur wer am MTAP-Institut die umfangreiche Ausbildung und Prüfung erfolgreich absolviert hat, wird Inhaber der MTAP-Lizenz und darf sich MTAP-Therapeut nennen. Zur Zeit gibt es in Deutschland ca. 50 geprüfte MTAP-Therapeuten. Dieses Qualitätssiegel muss jedoch durch regelmäßige Fortbildungen Jahr für Jahr erneuert werden.

Tanja Richter ist Begründerin des  Verbands MTAP e.V. und Autorin der Standardwerke "Manuelle Therapie der Pferdewirbelsäule" und "Illusion Pferdeosteopathie". Sie ist Verfasserin diverser Fachartikel und Vorträge im deutschsprachigen Raum und Herausgeberin der Fachzeitschrift der Verbandes MTAP, welche bis 2018 regelmäßig erschien.