Das arthron-Konzept

Das arthron-Konzept und die Schulosteopathie im Vergleich


Alleine schon der Begriff der Osteopathie ist mehr als vielschichtig. In diesem Fall geht es jedoch nicht darum, welche Methoden und Denkweisen einer Behandlung gemeint sind, sondern darum, wie die Osteopathie vermittelt wird.

Die Schul-Osteopathie
Für uns bedeutet der Begriff Schul-Osteopathie, wie uns selbst die Osteopathie an unseren Schulen näher gebracht wurde. Dahinter steht sowohl eine Denkweise als auch die Pädagogik der Vermittlung des Wissens. In Gesprächen mit jungen Kollegen haben wir festgestellt, dass es viele  weitere Schulen gibt, die eine ähnliche Vorstellung haben.
Wir empfanden unsere Ausbildung als sehr detailreich und kleinteilig. Man lernt jeden noch so kleinen Muskel und Knochenvorsprung, die Gelenke und Muskeln werden Stück für Stück einzeln getestet als auch therapiert. Im Gegensatz zu meiner Horsemanship-Erfahrung von über 20 Jahren erlebte ich diese Denkweise als sehr statisch und mechanisch. Wo war das Wesen Pferd, die Interaktion und die ganzheitliche Betrachtungsweise?

 

Sieht man erfahrenen Kollegen bei der Arbeit zu, gibt es zwei Kategorien. Die einen arbeiten selbst nach langer Zeit noch in der Art und Weise, wie sie es gelernt haben, nur routinierter. Auf der anderen Seite gibt es Kollegen, bei denen sieht es nach mehr aus. Es findet eine Kommunikation und Interaktion mit dem Pferd statt. Ein Dialog in der Behandlung. 
Dies wird zwar immer propagiert in der Ausbildung, aber eine wirkliche Anleitung gab es nicht. Kann man dies nur für sich selbst herausfinden? In der Fortbildung zur Manualtherapie ging es im Basis-Seminar in erster Linie um den Dialog mit dem Gewebe. Plötzlich wurden Begriffe des Listening (ins Gewebe hören) klarer und konkreter. Dinge, die wir uns selbst über Jahre erarbeitet hatten, wurden plötzlich konkretisiert. Ja, man kann es also lernen. 

 

Ein weiteres Schlüsselelement fanden wir in unterschiedlichen Konzepten der Bodyworker (Hier scheinen die Amerikaner und Australier eine andere Auffassung zu besitzen). Der Dialog mit dem Pferd, kleinsten Antworten der Pferde auf Behandlungstechniken und auch die Zeit, welche den Pferden innerhalb einer Behandlung gegeben wird (damit die Nerven auf die gesetzten Techniken reagieren können), haben hier die Hauptgewichtung.
Eine Arbeit mit dem Pferd in ganzheitlichen Zusammenhängen und nicht ein kleinteiliges Abarbeiten von Befunden stehen hier im Vordergrund.

Das Arthron-Konzept.
Der Dialog mit dem Gewebe und dem Pferd als Wesen sind Schlüsselelemente, welche eine osteopathische Behandlung auf eine andere Ebene bringen. Viele gute Kollegen haben sich dies über Jahre selbst angeeignet.  Für uns steht jedoch fest, dass diese Elemente integraler Bestandteil einer osteopatischen Grundausbildung sein sollten und ebenso gelehrt werden können. Sie geben den jungen Kollegen nicht nur eine Richtung für die spätere Entwicklung, diese übergeordnete Denkweise hilft bereits zu Anfang, sich nicht in unnötigen Details zu verlieren.

Unser Schulungsziel ist also nicht die reine Technikvermittlung. Für eine effektive Behandlung benötigt man sowohl die Technik als auch den Dialog (Timing, Gefühl und Interaktion) mit dem Pferd.

Neben den notwendigen Techniken schulen wir unsere angehenden Therapeuten in diesem Dialog, damit er mit guten Karten in den Beruf einsteigen kann.

Für Kollegen, die bereits eine Ausbildung abgeschlossen haben, denen aber noch dieser Dialog fehlt, bieten wir dieses Konzept als Fortbildung  unter dem Begriff "Arthron-Bodywork-Konzept" an.